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© CompuGroup Medical Services Deutschland GmbH

aktualisiert am:
26.08.2010

sic pflegeassistent – Das Projekt

Ursprung des sic pflegeassistenten ist ein Bundesmodellprojekt im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit. Von April 2000 bis Ende 2003 entwickelte ein interdisziplinäres Team am Augsburger Forschungsinstitut SIC eine modellhafte Lösung für ein EDV-gestütztes Pflegeplanungs- und Dokumentationssystem, das gleichzeitig in der Praxis erprobt wurde.

Der Pflegeprozess und dessen Dokumentation als arbeitsstrukturierendes Instrument ist in der Praxis trotz der gesetzlichen Bestimmungen (§ 80 SGB XI) oft noch kein selbstverständlicher Bestandteil. Die Verknüpfung der einzelnen Elementen des Regelkreises gelingt nicht, lediglich erbrachte Leistungen werden dokumentiert. Grund dafür ist die fehlende Verankerung des Pflegeprozesses im pflegerischen Denken und Handeln. Planung und Dokumentation werden nicht als Bestandteil der Pflege, sondern als zeitaufwändige Büroarbeit empfunden. Es fehlen hilfreiche Instrumente zur Umsetzung und Dokumentation des Pflegeprozesses. Hier geraten händisch geführte Dokumentationssysteme an ihre Grenzen.

Idealtypischer Ablauf des Pflegeprozesses

Umsetzung des Pflegeprozesses mit dem sic pflegeassistenten

Mit dem sic pflegeassistenten sollten Träger und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen ein Instrument erhalten, das sie bei der Umsetzung des zirkulären Pflegeprozesses und somit auch bei der Einhaltung fachlicher Standards (Pflegeversicherung, Pflegequalitätssicherungsgesetz, Heimgesetz) unterstützt.

 Im Zentrum der Entwicklung stehen dabei der Anwenderbezug, eine größtmögliche Bedienerfreundlichkeit und die Berücksichtigung aktueller Qualitätsrichtlinien. In einem Testfeld aus vier Einrichtungen der Altenpflege mit unterschiedlichen Schwerpunkten (vollstationäres Pflegeheim, ambulanter Pflegedienst, Tagespflegeeinrichtung, Kurzzeitpflege) haben von Beginn an ausgewählte Mitarbeiter die Einsatzfähigkeit des Programms im Pflegealltag erprobt. Ihre Rückmeldungen flossen in die Weiterentwicklung mit ein.

Im Februar und Juni 2003 wurde das Programm in zwei Testeinrichtungen regulär zur Pflegeplanung und Dokumentation eingeführt und hat hier die Dokumentation per Hand abgelöst. Mit der Einführung verbunden war eine intensive Mitarbeiterschulung , die wiederum evaluiert wurde. Weitere Testeinrichtungen folgten im Laufe des Jahres.

Eine externe Qualitätssicherung fand über modellhafte MDK-Prüfungen in den Testeinrichtungen und Programmpräsentationen vor Fachpublikum statt.

Das gemeinnützige Forschungsinstitut sic, spezialisiert auf Fragestellungen aus Gesundheitswesen und Altenhilfe, übernahm Projektleitung, Projektmanagement, wissenschaftliche Begleitung, die Evaluation der Ergebnisse und die Projektberichterstattung. Im Rahmen eines Werkvertrages war das Software-Systemhaus Penplan in Zusammenarbeit mit der Firma Ziemann.it für die programmtechnische Umsetzung verantwortlich. Zwei praxiserfahrene Pflegeexpertinnen lieferten als freie Mitarbeiterinnen die pflegerischen Fachkenntnisse für die Projektumsetzung.

Die Projektförderung ist im Dezember 2003 ausgelaufen.  Pflegeeinrichtungen kann seitdem ein einsatzfähiges Produkt in Kombination mit einem abgestimmten Schulungsprogramm angeboten werden. Für den Vertrieb und die weitere Entwicklung des Programms wurde eine Partnerschaft mit dem etablierten Anbieter All for One geschlossen.

Erste Erfahrungen haben gezeigt, dass die Einführung des Programms in Kombination mit Mitarbeiterschulungen nicht nur ein Dokumentationssystem durch ein anderes ersetzt, sondern eine Qualitätsoffensive für die gesamte Einrichtung bedeutet. Die Umsetzung des Pflegeprozesses wird im Denken und Handeln der Pflegekräfte implementiert.

Bei der Übergabe des Endberichtes an Herrn Regierungsdirektor Werner Wobbe vom BMG

v.l.n.r: Projektleiterin Renate Salzmann-Zöbeley, Werner Wobbe, Ruth Kleininger, Dr. Florian Ziemann, Margaretha Klefenz als Vertreterin der Anwender, Martina Wittmann

Foto: Ruth Vornefeld